9. Oktober 2018 /

Stadtgrün für die (heisse) Zukunft

Institut der Fakultät forscht in BMBF-Projekt an der Wasserversorgung

Der Sommer 2018 war, neben dem Jahrhundertsommer 2003, einer der wärmsten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Hitzetage und Tropennächte nahmen deutlich zu: In Stuttgart gab es 41 heiße Tage, im Durchschnitt der Jahre von 1961 – 1990 gab es nur 6 Tage über 30° C. Stuttgart und viele weitere Kommunen planen daher mehr Grün- und Wasserflächen in der Stadt, um den Temperaturanstieg abzufedern. Doch was passiert, wenn es nicht nur heißer, sondern auch trockener wird? An welchen Stellen erzielen Grünflächen die größte Wirkung, um den Temperaturanstieg zu puffern, und wie kann der Bedarf an Wasser für Grünflächen während sommerlichen Hitzewellen gedeckt werden?

Diesen und weiteren Fragen geht die Universität Stuttgart im Forschungsprojekt INTERESS-I (Integrierte Strategien zur Stärkung urbaner Blau-Grüner Infra­strukturen) in den nächsten drei Jahren auf den Grund. Der Lehrstuhl für Siedlungswasserwirtschaft und Wasserrecycling des Instituts für Siedlungswasserbau, Wassergüte- und Abfallwirtschaft (ISWA) der Fakultät und das Institut für Landschaftsplanung und Ökologie (ILPÖ) erarbeiten dazu Grundlagen, Konzepte und Umsetzungsvorschläge.

In Stuttgart und Frankfurt forschen die beiden Institute in dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanzierten Projekt der „Leitinitiative Zukunftsstadt“ zusammen mit den Stadtverwaltungen, der TU Kaiserslautern, dem Institut für sozial-ökologische Forschung und Helix-Pflanzen aus Kornwestheim unter der Leitung der TU München. Sie wollen alternative Wasserressourcen identifizieren, deren Eignung für die Bewässerung ermitteln, Speichermethoden erproben und neue Formen des klimawirksamen Stadtgrüns entwickeln. Mit der Fördermaßnahme „ Leitinitiative Zukunftsstadt“ adressiert das Bundesministe­rium für Bildung und Forschung (BMBF) zentrale Heraus­forderungen für eine nachhaltige Stadtentwicklung. Im Fokus stehen Klimawandel, nachhaltige und innovative Mobilitätsange­bote sowie die Umwelt- und Lebensqualität.

Zum Projektstart haben beide Institute das „ Mobile Grüne Zimmer“ auf den Uni-Campus Stadtmitte (zwischen K I und K II, also zwischen Keplerstr. 11 und 17) geholt. Dort ist es noch bis zum 24. Oktober 2018 zu sehen. Der „Botschafter“ für Grüne Infrastruktur in Städten öffnet den Blick für neue, auch vertikale Grünformen.

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