1. Juni 2019 / HKom/UR

Neue Forschungsergebnisse des ISWA zu Lebensmittelabfällen

Institut für Siedlungswasserbau, Wassergüte- und Abfallwirtschaft ermittelt knapp sieben Millionen Tonnen Lebensmittelabfälle jährlich in Haushalten

Neue Forschungsergebnisse des Instituts für Siedlungswasserbau, Wassergüte- und Abfallwirtschaft (ISWA), eines Instituts der Fakultät, zeigen, dass das Aufkommen an Lebensmittelabfällen in Deutschland weiterhin hoch ist. Das mittlere Lebensmittelabfallaufkommen in deutschen Haushalten war sowohl im Jahr 2010 als auch im Jahr 2015 im Bereich von knapp sieben Millionen Tonnen. In deutschen Haushalten entsteht umgerechnet ein Lebensmittelabfallaufkommen von rund 85 Kilogramm pro Einwohnerin bzw. Einwohner und Jahr, wovon zirka 37 Kilogramm theoretisch vermeidbar sind. Dies haben Forschende um Dr.-Ing. Gerold Hafner vom ISWA errechnet. Die aktuellsten Daten entlang der gesamten Lebensmittelkette für Deutschland hat die Gruppe in den Jahren 2015 bis 2019 im Rahmen des Forschungsprojektes ReFoWas, gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), ermittelt.

Das gesamte Lebensmittelabfallaufkommen in Deutschland beträgt im Mittelwert 12,7 Millionen Tonnen pro Jahr und gliedert sich in die Bereiche Landwirtschaft (1,4 Millionen Tonnen), Lebensmittelverarbei­tung (2,2 Millionen Tonnen), Handel (0,5 Millionen Tonnen), Außer-Haus-Verzehr (1,7 Millionen Tonnen) und Haushalte (6,96 Millionen Tonnen). Der theoretisch vermeidbare Anteil der Lebensmittelabfälle in Deutschland beträgt zwischen sechs und acht Millionen Tonnen jährlich. Die Abschätzung zu den Lebensmittelabfällen in Haushalten basiert auf der Auswertung verfügbarer Abfallstatistiken anhand spezifischer Koeffizienten zu den Anteilen an Lebensmitteln in den Abfallströmen. Die Studienergebnisse werden im Detail voraussichtlich im Juli 2019 veröffentlicht.

Dr. Hafner unterstreicht die besondere Aktualität des Themas vermeidbarer Lebensmittelabfälle vor dem Hintergrund der Nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen und sagte: „Die Universität Stuttgart wird im Jahr 2019 zwei Workshops in Berlin organisieren, in denen auf Basis der ermittelten Projektergebnisse nationale und internationale Vorgehensweisen zur Lebensmittelabfall­vermeidung mit Akteuren aus Wissenschaft und Politik diskutiert werden.“ Sowohl im internationalen Workshop am 14. Juni 2019 im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, als auch im – ebenfalls noch für dieses Jahr geplanten – nationalen Workshop im Bundesministerium für Bildung und Forschung – werden vergleichbare Untersuchungen aus anderen EU-Ländern vorgestellt. Aus der derzeit verfügbaren Datenlage lassen sich keine Trends ableiten, weshalb in beiden Workshops auch das Thema der Datengenauigkeit diskutiert werde, so Hafner.

Kontakt
Dr.-Ing. Gerold Hafner, Leiter Arbeitsbereich Ressourcenmanagement und Industrielle Kreislaufwirtschaft, ISWA, Bandtäle 2, 70569 Stuttgart, gerold.hafner<ät>iswa.uni-stuttgart.de,
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