18. Juli 2020 / IREUS

Expert*innen-Workshop am IREUS unterstreicht Notwendigkeit für Konzepte zur Starkregen-Resilienz

Online-Workshop des Projekts „RESI-extrem“ hebt die Bedeutung integrierter Stadtentwicklung zur Vorsorge gegenüber Starkregen und das Potential integrierter städtebauliche Entwicklungskonzepte als Instrument der Resilienzförderung im Bestand hervor.

Überflutungen aus Starkniederschlägen stellen Städte verstärkt vor große Herausforderungen. Bisher wird Starkregen vorrangig als Problem der Entwässerungsplanung betrachtet, während Synergien zu Umbauprozessen im Rahmen der integrierten Stadtentwicklung bislang zu selten berücksichtigt werden. Im Rahmen eines vom Institut für Raumordnung und Entwicklungsplanung der Fakultät durchgeführten Expert*innen-Workshop des Projekts „RESI-extrem“ am 18./19.06.2020 wurde die Bedeutung integrierter Stadtentwicklung zur Vorsorge gegenüber Starkregen diskutiert und das Potential integrierter städtebauliche Entwicklungskonzepte als Instrument der Resilienzförderung im Bestand deutlich. Im Fokus des ersten Workshops-Tags stand die Frage, wie das Thema Starkregen in integrierte Stadtentwicklungskonzepte eingebracht werden kann. Grundlage hierfür ist eine im Projekt entwickelte kommunale Arbeitshilfe zur Stärkung urbaner Resilienz gegenüber Starkregen, die u.a. auf Erkenntnissen basiert, die im Projekt anhand von zwei InSEK-Entwürfen für Quartiere in den Klein- und Mittelstädten Olfen (NRW) und Schwäbisch Gmünd (BW) gewonnen wurden. Am zweiten Workshop-Tag diskutierte das Projektteam gemeinsam mit den Expert*innen nach der Vorstellung der im Projekt entwickelten Methode zur Analyse von Starkregengefahren und -risiken über die Anwendbarkeit dieser Informationen und die Frage, welche Anforderungen an die Ermittlung von Gefahren und Risiken im Kontext von Starkregen zu stellen sind. Die Diskurse an beiden Tagen haben gezeigt, dass eine nachhaltige Bestand- bzw. Quartiersentwicklung eine wichtige Zukunftsaufgabe und integrierte städtebauliche Entwicklungskonzepte geeignete Instrumente zur Umsetzung von Resilienzbildung in Quartieren darstellen. Es wurde deutlich, dass das Vorhandensein von Grundlageninformationen, wie bspw. Starkregengefahren- und Verwundbarkeitsanalysen eine wesentliche Voraussetzung für die Berücksichtigung und Abwägung von Belangen der Starkregenresilienz in der Stadtentwicklung sind. Die Nutzung entsprechender Informationen ist für eine resilienzfördernde Stadtentwicklung selbstverständlich, eine stärkere Sensibilisierung sowohl in Fachverwaltungen als auch bei privaten Eigentümern notwendig. Die Diskussionen sind ein ermutigendes Zeichen dafür, die Starkregenvorsorge zukünftig stärker in Stadtentwicklungsprozesse einzubeziehen und dabei auch Aspekte der Bevölkerungssensitivität stärker im Prozess zu berücksichtigen. Das Projektkonsortium dankt allen Expert*innen für Ihre Teilnahme und wertvollen Anregungen und freut sich auf den weiteren Austausch. Der Online- Workshop markierte den Abschluss des dreijährigen, vom BMBF im Rahmen der Förderrichtlinie „Umsetzung der Leitinitiative Zukunftsstadt“ geförderten, Verbundprojekts. Unter der Leitung des Instituts für Raumordnung und Entwicklungsplanung der Fakultät, erarbeitete das Team bestehend aus Projektpartnern des Instituts für Raumplanung der TU Dortmund, des Planungsbüros Plan+Praxis und den beiden Praxispartnern Olfen und Schwäbisch Gmünd seit 2017 neue Strategien für Städte im Umgang mit ubiquitären Extremereignissen.

Kontakt
Britta Weißer, M. Sc., Institut für Raumordnung und Entwicklungsplanung, Pfaffenwaldring 7, 70569 Stuttgart, +49 711 685-66337, britta.weisser@ireus.uni-stuttgart.de
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