8. Januar 2021 / HKom

Förderung für gefährdete Forschende

Die Philipp-Schwartz-Initiative fördert gefährdete Forscherinnen und Forscher. Ein Antrag auf Fördermittel zur Aufnahme von in Frage kommenden Personen kann bis zum 05.03.2021 bei der Alexander von Humboldt-Stiftung gestellt werden.

Hochschulen und Forschungseinrichtungen in Deutschland können im Rahmen der 9. Ausschreibungsrunde der Philipp Schwartz-Initiative bei der Alexander von Humboldt-Stiftung Fördermittel zur Aufnahme gefährdeter Forschender beantragen. Nominiert werden können Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus allen Ländern außerhalb der EU, die nachweisbar erheblicher und akuter Gefährdung ausgesetzt sind. Einrichtungen können auf diese Weise den von ihnen erfolgreich nominierten gefährdeten Forschenden für bis zu 24-monatige Forschungsaufenthalte Stipendien verleihen oder sie durch die Einrichtung eines Arbeitsvertrags für diesen Zeitraum beschäftigten. Eine Verlängerung um bis zu zwölf weitere Monate ist im Rahmen eines Ko-Finanzierungsmodells möglich. Eigenbewerbungen durch Forscher*innen selbst sind nicht möglich.

Informationen zur Durchführung des Programms an der Universität Stuttgart erteilt das Welcome Center für internationale Forschende an der Universität Stuttgart, das auch die Antragstellung bei der Alexander-von-Humboldt-Stiftung koordiniert. Wenn Sie eine gefährdete Person nominieren möchten, nehmen Sie bitte bis spätestens 05.02.2021 mit dem Welcome Center Kontakt auf, damit ausreichend Zeit bleibt, den Antrag gemeinsam vorzubereiten.

Die Philipp Schwartz-Initiative der Alexander von Humboldt-Stiftung wird vom Auswärtigen Amt, der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, der Andrew W. Mellon Foundation, der Fritz Thyssen Stiftung, der Gerda Henkel Stiftung, der Klaus Tschira Stiftung, der Robert Bosch Stiftung, dem Stifterverband sowie der Stiftung Mercator finanziert.

Der Name der Initiative verweist auf den österreichischen Mediziner Philipp Schwartz (1894–1977). Als Professor lehrte er bis 1933 in Frankfurt Pathologie. Aufgrund seines jüdischen Glaubens wurde er entlassen. Schwartz emigrierte in die Schweiz und gründete dort die "Notgemeinschaft deutscher Wissenschaftler im Ausland", um Forschenden, die in ihrem Heimatland verfolgt wurden, einen Arbeitsplatz im Ausland zu ermöglichen. 1946 konnte das erfolgreiche Programm eingestellt werden. Daran anknüpfend unterstützt die Philipp Schwartz-Initiative seit 2015 Wissenschaftler*innen, die in ihrem Herkunftsland Bedrohung oder Verfolgung ausgesetzt sind, ihre Arbeit an deutschen Hochschulen und Forschungseinrichtungen fortzusetzen.

Kontakt
Raphaela Diel, Leiterin Welcome Center für internationale Forschende, +49 711 685-68999, diel @ ia.uni-stuttgart.de
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